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MATHILDE

Hin und weg vom Pedelec

Viele von uns arbeiten heute in einem Büro und verbringen wesentlich mehr Zeit im Sitzen als in Bewegung. Dabei würden wir uns gerne mehr bewegen, am liebsten an der frischen Luft und haben schon mal darüber nachgedacht, wie es denn wäre, wenn wir mit dem Fahrrad zur Arbeit gelangen könnten. Den Gedanken haben wir dann aber schnell wieder verworfen: zu weit und dann den ganzen Tag in den verschwitzten Klamotten verbringen. Allerdings wären wir ungebundener, was unsere Abfahrtszeiten von und zur Arbeit betrifft, denn ein Rad stünde ja immer bereit. Falls Ihnen dieser innere Dialog bekannt vorkommt, kann ich Ihnen sagen, dass es zumindest eine angenehme Lösung für ihn gibt.

Seit einem Jahr besitze ich ein Pedelec, was von Pedal Electric Cycles kommt und bedeutet, dass mein Rad eine Elektrounterstützung hat. Ich kann mir aussuchen, ob und wie viel ich unterstützt werden möchte vom Motor meines Rades, aber, wenn ich nicht in die Pedale trete, dann ruht sich auch der Motor aus.
Etwas Bedenken hatte ich anfangs wegen der technischen Handhabung, schließlich ist der Akku bei regelmäßigem Gebrauch auch ebenso regelmäßig aufzuladen. Das erwies sich als gänzlich unproblematisch, zwei Stecker rein und schon wird der Akku wieder aufgeladen. Das dauert bei meinem Rad so drei bis vier Stunden, wenn er fast leergefahren ist.
Je nach dem wie viel Unterstützung ich mir geben lasse, beträgt die Reichweite mit einer Ladung zwischen 40 und 70 Kilometer. Genug für den Weg zur Arbeit und noch eine kleine Tour am Abend Richtung Kino oder zu einer Freundin.
Das wirkliche Bonbon ist jedoch das Fahrerlebnis. Beim Anfahren mit Unterstützung kommt das Rad so richtig in Schwung, sodass es mühelos auf eine angenehme Geschwindigkeit gebracht werden kann, die sich ebenso mühelos auch weiter fahren lässt. Zügig und sehr entspannt geht es so dem Ziel entgegen. Na gut, wenn der Verkehr es zulässt. Bei 25 km/h ist dann Schluss mit weiterer Unterstützung, aber dann bin ich ja auch schon ziemlich schnell unterwegs.
Pedelecs mit höherer Unterstützungsleistung können auch bis zu höheren Geschwindigkeiten unterstützen. Für sie sind allerdings dann ein Nummerschild und der entsprechende Führerschein erforderlich. Und noch ein Bonus: Pedelecs verbrauchen bei voller Belastung ca. 200-mal weniger Energie als ein 50 kW-Elektroauto und zählen damit mit Abstand zu den umweltfreundlichsten motorisierten Verkehrsmitteln.

Über das Pedelec freuen sich also sowohl mein Wohlbefinden als auch die Umwelt. Einige Haken hat das Ganze leider noch. So ist für gute Pedelecs mit einem Anschaffungspreis zwischen 2000,- und 4000,- Euro zu kalkulieren. Hinzu kommen nach ca. 500 bis 800 Ladevorgängen die Kosten für einen neuen Akku, die zwischen 200,- und 750,- Euro liegen. Manchen Nutzerinnen machen auch die zehn Kilogramm Mehrgewicht zu schaffen, die den Transport in den Keller abwegig machen. Wer sich anhand von Tests ein genaueres Bild verschaffen möchte, findet sie bei Stiftung Warentest, ADAC und ExtraEnergy.org.

Gegen schlechtes Wetter gibt es gute Kleidung und ich genieße die Vielfalt des Wetters seitdem mehr. Nur im härtesten Winter habe ich das Pedelec in der Garage gelassen und bin mit Bus und Bahn unterwegs gewesen. Nun, es gäbe noch viel zu erzählen, aber ich vermute, nichts kann eine Probefahrt ersetzen.

Anja Spangenberg

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