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Philine Engelhardt wurde 1966 in Berlin geboren, nach dem Abitur Lehre als Orthopädie-Schuhmacherin, Arbeit als Täschnerin.
Später Psychologie-Studium an der Freien Universität Berlin, 8 Jahre Psychotherapie und Beratung in der Psychosomatischen Abteilung der Reha-Klinik Göhren auf Rügen, 6-jährige Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin im IPGO-Institut Rostock; Approbation.
Seit Frühjahr 2008 selbständige Psychotherapeutin in Darmstadt.

Foto: privat

Von der Wirksamkeit der kleinen Taten

Interview mit Philine Engelhardt - Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin (TP)

Frau Engelhardt, was ist ihr großes Interesse an der Psychologie?

Es ist so simpel wie wahr: Eigentlich geht es mir darum, die Welt zu verbessern. Ich bin nicht die große Revolutionärin, mein Weg ist der stillere, von innen nach außen. Ich bin tief überzeugt von der hohen Wirksamkeit der kleinen Taten und ebenso der kleinen Unterlassungen.

Wie sollten wir als Gesellschaft dies umsetzen?

Wenn jeder und jede bei sich selbst beginnt, kann das sehr viel bewirken. In einem Spruch heißt es: "Wenn jeder und jede für sich selbst sorgt, ist für alle gut gesorgt". In einem notwendigen zweiten Schritt geht es jedoch darum, von dem selbst geschaffenen etwas abzugeben, zu teilen, weiterzugeben. Diese wohl uralte Haltung scheint in unserer Gesellschaft in Vergessenheit zu geraten, ermöglicht aus meiner Sicht aber den Weg zwischen Egoismus und Selbstaufgabe, zwischen Einheitsbrei und Vereinsamung.

Was hat sie bewogen Psychologie zu studieren?

Als Dreizehnjährige las ich A. S. Neills "Summerhill - Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung". Seine Grundgedanken wirken bis heute in mir. Eigentlich wollte ich ein alternatives Kinderheim gründen, in dem gestrauchelte kleine Menschen zu sich finden und sich entfalten können. Es erscheint mir zentral, eine Atmosphäre ohne Gängelung zu erleben, in der die eigenen und die Grenzen anderer geachtet werden. Therapie kann etwas von dieser Atmosphäre schaffen und somit heilen.

Was ist aus diesen Ideen geworden?

Mein Fokus hat sich während des Studiums und meiner achtjährigen Tätigkeit in einer Reha-Klinik mehr auf Erwachsene verschoben und besonders auf Frauen. Die therapeutische Arbeit mit Frauen ist mir ein Herzensanliegen und ebenso, Frauenorte zu stärken. Hauptziel meiner therapeutischen Arbeit ist es, Menschen darin zu unterstützen, sich selbst besser verstehen zu lernen, um sich zu wissen und zu sich zu stehen. Für alle an diesem Prozess Beteiligten scheint das oft wie eine Sisyphusarbeit, aber letztlich ist sie meist sehr lohnend und beglückend.

Was sind die Schwerpunke ihrer Arbeit?

Ich mache vor allem tiefenpsychologisch fundierte Einzelgespräche, biete aber auch Gruppentherapien und Entspannungsverfahren an. Die Gruppenarbeit hat ganz eigene Qualitäten - wir erkennen sehr deutlich unsere Kompetenzen und unsere Grenzen sowie die Universalität und zugleich die Relativität eigener Fragen.
Bezüglich der Symptomatik arbeite ich vor allem mit Menschen mit Depressionen, Posttraumatischen Belastungsstörungen (oft als Folge Sexuellen Missbrauchs), somatoformen Störungen, und ich begleite Menschen in der Trauerarbeit.

Wie kann frau sie kennenlernen?

Im Frauenzentrum Kyritzschule biete ich ab Oktober wieder eine Entspannungsgruppe an. Jeden ersten Dienstag im Monat findet eine kostenlose Psychologische Beratung statt - zur Orientierung für weitere Schritte und/oder als Krisenintervention. Ab November plane ich eine Gesprächsgruppe mit dem Schwerpunkt Selbstwertschätzung.

Für spontane Kontakte können Sie sich telefonisch melden unter 06151/9612640 (AB) oder auch per e-mail: philine.engelhardt@freenet.de

Michaela Kirsch

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