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Charlotte Berend-Corinth

Charlotte Berend-Corinth wurde 1880 geboren und heiratete sehr jung den über 20 Jahre älteren Lovis Corinth. Sie war selbst eine begabte Malerin, aber ihr Mann wollte nicht mit ihrer "Laufbahn" belastet werden und sie akzeptierte das. So nahm sie ihm den ganzen Alltag ab, zog die Kinder groß, führte den Haushalt, stand Modell für ihn, pflegte ihn, wenn er krank war, schlug sich Geldsorgen herum. In ihrem Tagebuch schreibt sie "... und immer ruft die innere Stimme: Gib dich nicht auf! Sei achtsam, energisch, sei auch auf dich bedacht, geh nicht unter im Kleinkram, in all den immer neu geformten Arten der Pflicht." Sie malte trotzdem und wusste zurückdenkend nicht mehr, wie sie es geschafft hatte. Nach dem Tod ihres Mannes 1925 schrieb sie seine Biographie "Mein Leben mit Lovis Corinth". In den Erinnerungen, die er geschrieben hat, "würdigt" er sie in einer Zeile. Das erst Bild der jungen Charlotte war einst von der Berliner Sezession zurückgewiesen worden, nur eine Stimme zur Annahme hatte gefehlt: die von Lovis Corinth. Sie hat ihn geliebt und bewundert, hat sie es nicht gemerkt, dass er sie ausgebeutet hat? Trotz ihrer Trauer lebte sie nach seinem Tod auf, sie malte intensiv und hatte großen Erfolg. Trotzdem - heute ist sein Name bekannt, ihrer nicht oder kaum. Sie starb 1967.

Barbara Obermüller, Sabine Schiner

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