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MATHILDE

Anita Rée, Selbstbildnis, um 1929, Öl auf Leinwand, 65,6 x 60,5 cm,

Hamburger Kunsthalle

Anita Rée

Anita Rée wurde 1885 in Hamburg als Tochter wohlhabender jüdischer Eltern geboren. Sie bekam früh Malunterricht, studierte Kunst in Hamburg und Paris und hatte einige frühe Erfolge. Ende der 20er Jahre dieses Jahrhunderts lebte sie als freischaffende Künstlerin in Hamburg und hatte es sehr schwer, ohne Verdienst und ohne eigenes Atelier. Wie viele Künstlerinnen litt sie durch ihre geschlechtspezifische Erziehung unter schweren Zweifeln an ihrem Talent, sie hatte große Probleme damit, ihre Arbeit als ernsthaften Beruf zu akzeptieren. Dazu kam die politische Unterdrückung durch den Nationalsozialismus, sie war als Jüdin und "entartete" Künstlerin davon besonders schwer betroffen. Ihre öffentlichen Arbeiten wurden fast alle zerstört und sie hatte zuletzt keine Arbeitsmöglichkeit mehr. Abgesehen von der politischen Situation ist sie das besonders tragische Beispiel einer Künstlerin, die versuchte, entgegen aller vorgefassten Meinungen über die Rolle der Frau ein selbstbestimmtes Leben zu führen und zu einer eigenständigen Kunst zu finden. Sie geriet immer tiefer in eine gesellschaftliche Isolation und nahm sich 1933 das Leben.

Barbara Obermüller, Sabine Schiner

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