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MATHILDE:

frech, frei: frau!

Redaktionsschluss
für Heft 156:
23. September 2018

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Inhalt der neuen Ausgabe

”Heraus mit dem Frauenwahlrecht” hieß es kämpferisch auf einem Plakat zum Frauentag 1914. Das MATHILDE-Cover zeigt die berühmte Darstellung der Fahnenschwingerin. Weitere Plakate zum Thema sind zu sehen in einer Wanderausstellung, siehe S. 20/21.

Abbildung: Karl Maria Stadler (1888 - nach 1943)

Editorial

100 Jahre Frauenwahlrecht

”Frauen werbt und wählt, jede Stimme zählt, jede Stimme wiegt, Frauenwille siegt!”
Elly Heuss-Knapp (1881-1952)

100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland! Die 155. Mathilde nimmt das große Jubiläum zum Anlass, sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit der politischen Beteiligung von Frauen zu beschäftigen. Es war ein mühsamer Weg bis zur Gleichberechtigung und damit auch zum aktiven und passiven Wahlrecht von Frauen, für das sich berühmte oder fast vergessene Vorkämpferinnen eingesetzt haben: darunter Olympe de Gouges in Frankreich, die Suffragetten in England und in anderen Ländern. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass diese Bewegung zu ganz unterschiedlichen Zeiten von Erfolg gekrönt wurde, im fernen Neuseeland etwa viel früher als schließlich in der Schweiz, wo die Eidgenossen sich lange dagegen gesperrt haben. Was fangen wir Frauen mit unserem Wahlrecht heute an? Wer oder welche Partei fängt die meisten Frauenstimmen ein? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende MATHILDE ebenso wie mit einem Blick hinter die Kulissen des Darmstädter Stadtparlaments, in dem eine unserer Redakteurinnen für eine Wahlperiode feministische Positionen vertrat. Elly Heuss-Knapp warb fürs Wählen, weil ”jede Stimme zählt”. Sie beließ es nicht beim Urnengang, sondern war selbst auch politisch engagiert, nicht nur als Frau des ersten Bundespräsidenten. ”Vergesst nicht: Anspruch ohne Macht bedeutet wenig”, sagte schon die feministische Schriftstellerin Hedwig Dohm vor über 100 Jahren. Im Umgang mit Machtausübung erprobt ist die Spitzenpolitikerin Brigitte Zypries, die sich im MATHILDE-Interview zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht äußert. ”Gleichstellung vererbt sich nicht”, sagt sie mahnend. Das Verhältnis der Geschlechter zueinander bleibe eine Daueraufgabe. Das gilt auch für die Wissenschaften. Ein erster ”Gleichstellungsmonitor” hat den Status quo an der Hochschule Darmstadt überprüft - mit Aha-Ergebnissen in den Bereichen Studium und Lehre. Da gibt es immer noch Aufholbedarf für Frauen. Bis heute werden bei den technischen Studienfächern nicht alle Wahlmöglichkeiten genutzt. Aber Politik mitgestalten können wir in Hessen demnächst wieder: am 28. Oktober bei der Landtagswahl - nix wie hin!

Eine Empfehlung der MATHILDE-Redaktion / Ju

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